1. Vorwort

Unter Mitwirkung des Sozialdienst katholischer Frauen Ahaus- Vreden e.V. und der Kirchengemeinde St. Otger in Stadtlohn ist die Großtagespflegestelle „Turmvilla “ als ein flexibles, bedarfsgerechtes Angebot für die Betreuung von Kindern in Randzeiten gegründet werden.

Die Unterstützung berufstätiger Eltern im Schichtdienst hinsichtlich der Vereinbarkeit von Berufsalltag und Familienleben kennzeichnet ein Ziel dieses Angebots. Die Zielgruppe sind Mitarbeiter/innen, die in Pflegediensten und im Einzelhandel also im Schichtdienst, bzw. verlängerten Öffnungszeiten arbeiten. Wir sehen unser Angebot insbesondere als Unterstützung für alle alleinerziehenden Eltern.

 

2. Rahmenbedingungen

2.1 Das ist unser Team

Katharina Dobbrunz

Mein Name ist Katharina Dobbrunz und ich wurde am 14.01.1985 in Stadtlohn geboren und bin den größten Teil meiner Kindheit hier aufgewachsen. Nach meinem Schulabschluss habe ich eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten absolviert.

Ich bin Mutter von zwei Kindern, Emily geb. Januar 2009 und Luisa geb. Juli 2014, und seit Juli 2010 mit meinem Mann Tobias verheiratet. Nach 5-jähriger Erziehung unserer ersten Tochter Emily, habe ich mich im Zuge meiner beruflichen Neuorientierung im Jahre 2012 entschieden, mit Kindern zu arbeiten.

Seit 2012 habe ich Tageskinder im Alter von 6 Wochen bis 12 Jahre betreut unter anderem auch im Haushalt der Eltern über Nacht.

Meine Familie ist ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Ich selbst bin ein gesundheitsbewusster und fröhlicher Mensch. Ich achte in unserer Familie auf gesunde und ausgewogene Ernährung und bewege mich viel an der frischen Luft. Wir sind eine aufgeschlossene Familie, die viel Wert auf ein liebevolles und harmonisches Zusammenleben legt.

Gegenseitige Achtung, Respekt und Wertschätzung sind mir sehr wichtig, denn schließlich soll sich jeder als gleichberechtigtes Mitglied der Familie fühlen. Ich stamme aus einer kinderreichen Familie und habe eine Kindheit mit viel Natur, Tieren und familiärer Atmosphäre genossen.

Pia Waschk

Ich bin am 04.10.1968 in Stadtlohn geboren und mit drei Schwestern und meinen Eltern gut behütet aufgewachsen. Nach der Schule habe ich eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht und noch einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Nach einigen Fortbildungen war ich in Ahaus bei einem großen Autohaus als Bürokauffrau tätig.

Heute bin ich Mutter von drei Mädchen und Tagesmutter von zwei Mädchen und einem Jungen. Den Weg dorthin kann ich kurz erzählen.

Meinen Ehemann habe ich vor vielen Jahren im Jugendchor von St. Otger kennengelernt und im Jahre 1996 haben wir geheiratet. Wir bekamen vier Kinder, Lilly Miriam (*1998), Silas Tizian (*23.11.1999, verstorben 23.01.2000 Er ist mit einem schweren Herzfehler zur Welt gekommen.),

Freya Victoria (*2001) und Merle Antonia(*2003).

In den Jahren 1998 bis 2008 bin ich zu Hause geblieben und habe mich um die Familie gekümmert. Ein Grund dafür war, dass ich das richtig gerne gemacht habe. Ein anderer Grund war aber auch, dass die Betreuungssituation für Kinder nicht so gut aufgestellt war, wie das heute der Fall ist; was nicht heißen soll, dass man nichts mehr verbessern könnte.

Im Jahr 2008 war es für mich wichtig auch mal wieder auf eigenen Beinen zu stehen und meine Familie nicht zu vernachlässigen. Da ich schon häufig viele Kinder hier mitbetreut habe und die Rahmenbedingungen (ein großes Haus, viel Platz im Garten, sehr kontaktfreudige, soziale Kinder, selber ein großes Interesse an Kindern) optimal waren, fühlte sich der Schritt, eine selbständige Tagesmutter zu werden, gar nicht so groß an.

Ich habe seit dieser Zeit viele Mädchen und Jungen im Alter zwischen acht Wochen und 12 Jahren betreut und freue mich schon auf eine neue Herausforderung.

Dritte Tagespflegeperson / Vertretung

Die dritte Tagespflegeperson fungiert in unserem Team als Vertretung im Krankheits- oder Urlaubsfall. Diese wird allen Kindern und deren Eltern, die unsere „Turmvilla“ besuchen, vorgestellt. Sie ist aber nicht nur anwesend wenn eine Vertretung erforderlich ist, sondern auch regelmäßig bei der Betreuung der Kinder dabei, um mit den Tagespflegekindern Zeit zu verbringen und Bindung aufzubauen.

2.2 Räumlichkeiten

Die Räumlichkeiten der „Turmvilla“ sind angemietet und befinden sich über 2 Etagen in der Vredener Straße 65 in Stadtlohn, direkt neben der St. Josephskirche und gegenüber dem Krankenhaus Maria Hilf. Die untere Etage verfügt über einen geräumigen Gruppenraum, dem Wohnzimmer mit Anbindung an die Küche, einem Büro, einem Mehrzweckraum und einer Toilette.

In der oberen Etage befinden sich 5 Schlafräume mit jeweils einem Dreibettzimmer und vier Doppelzimmern, wobei eins davon von uns selbst zur Übernachtung genutzt werden soll.

Darüber hinaus ist in einem Doppelzimmer ein zusätzliches Handwaschbecken angelegt. Dieser Raum soll besonders auf die Bedürfnisse von Kleinkindern abgestimmt werden, die noch besondere Pflege (z. B. eine Wickelkommode) benötigen. Zudem sind zwei Badezimmer mit Dusche und einer Badewanne vorhanden.

Das Gartengelände umfasst ca. 1000 m². Eine Möglichkeit zum Unterstellen der Fahrräder grenzt direkt am Garten an. Es stehen eigene Parkplätze neben der Großtagespflege zur Verfügung.

 

3. Gruppenstruktur

Insgesamt stehen neun Plätze für Kinder im Alter von 2 Monaten bis 14Jahren zur Verfügung. Unter Einhaltung des Bezugspersonensystems und unter der Berücksichtigung der Teamstruktur im Gruppenalltag arbeiten die beiden Tagespflegepersonen in der Regel zu zweit.. Eine weitere Tagespflegeperson ist jeweils 2mal für 2 Stunden pro Woche als Drittkraft anwesend und übernimmt im Krankheitsfall oder Urlaub die Vertretung für die jeweiligen Bezugskinder. In Absprache mit dem Krankenhaus sind vorherige Absprachen hinsichtlich der Wochenenddienste (alle 14 Tage ein freies WE) zu treffen, damit jeweils eine der beiden Tagespflegepersonen unter Einhaltung des Bezugspersonensystems alle 14 Tage an drei aufeinanderfolgenden Tagen frei machen kann.

Aufgrund unserer Berufserfahrung wissen wir, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist. Nur wenn auch die Eltern gerne in unsere Tagespflegestelle kommen und sich dort wohlfühlen, gelingt die Eingewöhnung der Tageskinder unproblematisch. Daher haben wir regelmäßig Elterngespräche. Die Häufigkeit richtet sich je nach Bedarf und ihren bzw. unseren Wünschen.

Darüber hinaus würden wir gerne auch den Eltern die Möglichkeit eines gemeinsamen Frühstücks anbieten. Sie könnten nach getaner Arbeit zu uns kommen und gemeinsam mit unserer Gruppe frühstücken, bevor sie ihr Kind zur Schule bzw. Kindergarten bringen. Es ist ein Angebot, das nicht verpflichten soll, aber bestimmt zu einer guten Zusammenarbeit beiträgt. Auf diese Weise möchten wir den Kindern ermöglichen, vor dem Schul- bzw. Kita-Alltag noch Zeit mit den Eltern zu verbringen.

 

 

4. Pädagogisches Konzept/ Erziehungsziele und Schwerpunkte

4.1 Grundsätze unserer Arbeit:

„Hilf mir, es selbst zu tun.“

(M. Montessori)

Wir wollen den Kindern in der Großtagespflege Raum bieten, sich mit den Dingen, die sie beschäftigen und den Themen, die für sie relevant sind, in
ihrem eigenen Tempo und auf ihre jeweilige Herangehensweise auseinanderzusetzen.

Wir sind davon überzeugt, dass nur durch die Anknüpfung an für das Kind bedeutsame Dinge, eine Entwicklungsunterstützung stattfindet und persönliche Bildung und Entwicklung forciert werden kann.

Wir leben in einem Land mit sehr vielen Regeln und Gesetzen, die trotz des wahnsinnigen Umfangs scheinbar immer noch nicht ausreichen. Deshalb setzen wir in unserem pädagogischen Konzept auf den gesunden Menschenverstand. Es gibt so wenig Regeln, wie möglich, aber so viele, wie nötig. Unser Ziel ist es, junge Menschen zu erziehen, die stark und egoistisch genug sind, um für sich zu sorgen, aber auf der anderen Seite auch sozial genug sind, um über ihren eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, um mit viel Empathie anderen Menschen zu helfen.

Dies bedeutet für uns im Gruppenalltag, dass die Kinder im freien Spiel mit den vorhandenen Materialien ausprobieren, erforschen und konstruieren können, ohne dass wir wertend oder reglementierend in diese phantasiereichen Spieltätigkeiten eingreifen. Dabei geben wir Impulse und bieten Begleitung, wenn dies gebraucht wird und stehen natürlich auch als Spielpartner zur Verfügung, wenn die Kinder es wünschen.

Die Förderung der Eigenaktivität und die Unterstützung der Selbsttätigkeit der Kinder in ihren Lern- und Bildungsprozessen sind zentrale Elemente unserer Tätigkeit, die wir durch unsere beobachtende, nur wenn nötig impulsgebende Haltung anregen möchten.

Je nach Alter und individuellem Entwicklungsstand  und eigenem Lerntempo der Kinder möchten wir die Kinder zum selbstständigen Handeln im Alltag motivieren. (z.B. beim Anziehen, beim Einkaufen, beim Tisch decken, beim Ein- und Ausräumen der Spülmaschine, beim Abwaschen und Abtrocknen, beim Gemüse schälen u.ä.)

Beispiele für den Umgang mit Aufgaben(vorwiegend Grundschüler):

– Den Sinn für den Wert der zur Verfügung stehenden Materialien schärfen und den Umgang damit lehren.

– Heranführen an Literatur und kulturellen Angeboten

– Begleitung bei der Durchführung gewisschhaft erledigter Haushaltsdienste

– Anleitung und Kontrolle bei der Bewältigung aller Schulaufgaben, auch mittels Literatur und Internet

Beispiele für die Vermittlung von elementarem Wissen:

– Vorlesen

– Märchen erzählen lassen, nachdem diese vorgelesen wurden

– Erlebnisse erzählen lassen

– Dominospiele

– Würfelspiele

– Konstruktionsspiele(z.B.Lego)

– Bedeutsame Zahlen lernen (eigene Telefonnummer auswendig lernen)

Beispiele für soziales Lernen:

– Spiele/Sport mit anderen Kindern (Tischtennis)

– Konflikte werden grundsätzlich besprochen

– Gefühle äußern lernen

Natürlich achten wir darauf, dass genügend Ruhezeiten den Kindern zur Verfügung steht. Die Freude am Umgang miteinander, die eigene Materialauswahl und die Freude an der Bewegung sind wichtige Elemente, die unsere pädagogische Arbeit täglich neu mit gestalten.

4.2 Natur und Umwelt

Bewegung zu vermitteln ist uns wichtig. Spielen im Freien z.B. mit Bällen, Fangspiele, oder das Bewegen z.B. Springen oder Klettern auf geeignetem Untergrund sind einfache Übungen, die Spaß machen. Darüber hinaus stellen wir verschiede Fortbewegungsmöglichkeiten wie z. B. im Kleinkindalter das Bobby Car oder Laufrad zur Verfügung. Für die gewachsenen Ansprüche steht altersadäquates Spielzeug wie Roller etc. bereit. Das schult das Gleichgewicht und bringt Freude.

Motorik:

– Bewegungsanlässe draußen(rennen, klettern, balancieren, Rad- und
Roller fahren

– Kneten

– Basteln, schneiden, malen

– altersgerechte Beteiligung an allen hauswirtschaftlichen Aufgaben

4.3 Kommunikation

Kommunikation und Sprache sind Voraussetzung für ein soziales Miteinander. Beide müssen erworben und Regeln für den Umgang und den Gebrauch erlernt werden. Dabei werde wir die Kinder im täglichen Gespräch miteinander unterstützen. Durch gemeinsames Spielen, Lesen, Singen, Basteln, Aktivitäten an der frischen Luft, Rituale, Essen und den Tagesablauf fördern wir die Entwicklung des Wortschatzes sowie die Kreativität. Bilderbücher motivieren ich Kinder ihre Phantasie anzuregen und sich selbst eine Geschichte dazu auszudenken. Aus kleinen Bildern entstehen oft große Geschichten.

4.4 Sinneserfahrung

Die Kinder lernen mit allen Sinnen (Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen) beim Spiel, deshalb hat das Freie, wie auch das von uns angeleitete Spiel einen hohen Stellenwert in unserer Arbeit.

Aus Erfahrung heraus, lernen Kinder am liebsten, wenn man sie motivieren kann neugierig zu sein. Der Sandkasten ist für uns ein sehr wichtiger Spielplatz, an dem ein Kind auch mit Wasser experimentieren kann. Das Graben oder Matschen im Sand wird von Kindern ausdauernd ausgeübt. Die Kleidung Ihres Kindes sollte hierfür geeignet sein und auch dreckig werden dürfen. Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass Kinder der Kleidung oft keine Beachtung schenken.

Es wird altersadäquates Spielmaterial angeboten und zur Verfügung gestellt. Es ist den Kindern während des Freispiels zugänglich.

Angebote sind u.a.:

– Tisch- und Brettspiele

– Bücher

– Bau- und Konstruktionsmaterial

– Musikinstrumente

– Kuschelecke mit Decken und Kissen

4.5 Gesundheit und Ernährung

Gesundheit ist die wichtige Grundlage für das ganze Leben. Zur Gesundheit eines Kindes gehört nicht nur die Bewegung an der frischen Luft, sondern auch die Ernährung. Um Gesundheit zu erhalten und zu fördern ist es notwendig, alles dafür zu tun. Wir als Tagespflegepersonen, sind dabei Vorbild für die Tageskinder. Eine ausgewogene Ernährung, Bewegung an der frischen Luft und Hygiene ist sehr wichtig.

Durch altersgerechtes Mitwirken der Kinder z.B. bei der Zubereitung der Mahlzeiten lernen Kinder den Umgang mit Nahrungsmitteln und deren Wertstellung im Leben und Selbstständigkeit. Das Essen wird jeden Tag frisch zubereitet, kindgerecht portioniert und soll den Kindern natürlich auch schmecken.

Die Kinder dürfen den gesamten Tag über trinken, es gibt frischen Tee oder Mineralwasser. Besonders wenn es im Sommer warm ist, achten wir auf ausreichend Flüssigkeitszunahme.

Von den Eltern mitgebrachtes Obst und Gemüse schneiden wir nach Bedarf frisch zu. Joghurt, Quark und ähnliches stellen wir bis zum Verzehr natürlich in den Kühlschrank.

Es gibt keinen Probier- und Essenszwang.

4.6 Hygiene und Sauberkeit im Kleinkindalter

In der Betreuung von Kleinkindern ist uns folgendes wichtig:

Den Zeitpunkt für den Beginn des Sauberwerdens in Bezug auf Pampers  legt das Kind in der Regel selbst fest. Voraussetzung dafür ist jedoch immer der altersgerechte Entwicklungstand und die Bereitschaft. Kein Kind wird dazu gezwungen.

Wenn die Zeit reif ist und das Kind freiwillig auf das Töpfchen geht, bitte ich Sie als Eltern für angepasste Kleidung zu sorgen.

Wichtig ist uns gemeinsam mit den Eltern an einem Strang zu ziehen und somit dem Kind hilfreich und unterstützend zur Seite zu stehen. Nicht nur wir lassen die Windel weg, sondern auch zu Hause sollten die Eltern dafür Sorge tragen.

Eltern stehen genauso in der Verantwortung, wie wir als Tagesmutter, dem Kind Wege und Mittel der Bildung, Entwicklung und Förderung aufzuzeigen. Und nur durch gemeinsame Förderung können diese Werte des Lebens vermittelt werden.

4.7 Umgang mit den modernen Medien

Mit dem Wachstum der Kinder steigt in der heutigen Zeit das Interesse an den modernen Medien wie Fernseher oder das Handy. Der Umgang damit sollte in der Großtagespflege jedoch kontrolliert an festgelegten Zeiten ermöglicht werden und mit den Eltern und den Kindern abgesprochen sein. Im Elterngespräch werden diese Zeiten individuell auf jedes Kind abgestimmt.

 

 

5. Eingewöhnung in der Tagespflegestelle

Das Berliner Modell gliedert den Verlauf der Eingewöhnung in mehrere Phasen:

Vor der Aufnahme in die Tagespflege steht in der Regel ein ausführliches Aufnahmegespräch, in dem sich die Eltern vorab mit der Tagespflegeperson  über die Ernährung, Schlaf-gewohnheiten und das Spielverhalten des Kindes unterhalten.

In der Grundphase wird das Kind von Mutter oder Vater in die Kindertagespflege begleitet und sie/er hält sich mit dem Kind wenige Stunden dort auf.

In der dreitägigen Phase beobachtet die Tagespflegeperson das Kind und nimmt vorsichtig, meist über Spielangebote oder über eine Beteiligung am Spiel des Kindes, Kontakt zu ihm auf.

Die Aufgabe der Eltern besteht darin, dem Kind Sicherheit zu geben und es nicht zu drängen, mit anderen Kindern zu spielen oder sich von ihm zu entfernen.

Zudem sollten sie nicht mit anderen Kindern spielen, denn ihr Nachwuchs muss das Gefühl haben, dass die Aufmerksamkeit nur ihm gilt und die Eltern jederzeit da sind.

Nach dem Berliner Modell beginnt am vierten Tag die nächste Phase. In dieser versuche ich dem Kind beim Mittagessen zu helfen und mit ihm zu spielen, um so eine Vertrauensbasis aufzubauen. Die Eltern reagieren in dieser Phase nur dann auf Signale ihres Kindes oder greifen anderweitig aktiv ein, wenn das Kind die Tagespflegeperson noch nicht akzeptiert hat.

Ebenfalls am vierten Tag erfolgt der erste Trennungsversuch. Die Eltern verabschieden sich von ihrem Kind, verlasen den Raum für ungefähr eine viertel Stunde, bleiben aber in der Nähe, damit sie abrufbereit sind. Die Reaktion des Kindes auf diese erste Trennung entscheidet über die Dauer der Eingewöhnungszeit. Ein geliebtes Kuscheltier oder Schmusetuch von zu Hause kann dem Kind dabei sehr hilfreich sein.

Dabei werden die Zeiträume des Aufenthalts in der Tagespflege sowie die Zeiträume der Trennung allmählich vergrößert. Wenn das Kind bei der Trennung jedoch versucht, den Eltern zu folgen, wenn es weint und sich nicht von mir trösten lässt, wird die Eingewöhnungszeit in der Regel verlängert.

Die Stabilisierungsphase ist abgeschlossen, wenn das Kind ein erstes emotionales Band zur Tagespflegeperson geknüpft hat. Das Kind protestiert dann zwar eventuell noch gegen den Weggang der Eltern, lässt sich aber schnell trösten. Sie sind aber jederzeit erreichbar, um in bestimmten Situationen für ihr Kind da zu sein, falls die Bindung zwischen dem Kind und mir noch nicht ausreichend ist.

Das folgende Modell ist kein Rezept, dass auf alle Kinder gleich anwendbar ist, sondern muss individuell auf das einzelne Kind und das Alter des Kindesabgestimmt werden.

 

 

6. Abschied aus der Tagespflegestelle

Der Abschied von uns als Tagespflegepersonen, kann für ein Kind eine Lücke hinterlassen. Bei der Kindertagespflege geht es um eine intensive Bindung des Kindes an die Tagespflegeperson, von der es sich allmählich ablösen muss.

Abhängig vom Alter und Bindung ist der Abschied manchmal leichter oder intensiver.

Für das Kind stehen zwei Veränderungen an – die Entwöhnung von der Großtagespflege und die Eingewöhnung in eine neue Situation. Am Anfang stand die stundenweise Trennung von Ihnen, den Eltern, jetzt werden vielleicht Freundschaften zur Bindungsperson beendet oder sie verändern sich.

Um diese Phase zu einem positiven Erlebnis zu machen, möchten wir die Kinder früh genug auf den Abschied von der Tagespflegestelle individuell vorbereiten und die Tagespflege nicht abrupt enden lassen. Dies ist in Gesprächen während der Betreuungszeit möglich. Wenn die Zeit es zulässt könnte auch ein kleines Kaffeetrinken zusammen mit Ihrer Familie veranstaltet werden.

 

 

7. Tagesablauf

16.00 – 17.00 Uhr Eintreffen in der Tagespflegestelle

17.30 – 18.30 Uhr Freispiel und Vorbereitung fürs Abendessen

18.30 – 19.30 Uhr Abendessen

19.30 – 20.00 Uhr Vorbereitungen zur Nachtruhe

20.00 – 20.15 Uhr Abendritual z.B. Geschichte lesen

20.30 – 06.30 Uhr Nachtruhe

06.30 – 07.00 Uhr Wecken und morgendliche Hygiene

07.00 – 07.30 Uhr Frühstück

Dieser Tages- bzw. Nachtablauf ist ein Beispiel und muss an einige Faktoren, z.B. der Beginn der Schulzeit oder Sportaktivitäten in den späten Nachmittagsstunden, angepasst werden. Nach Möglichkeit sollen die Essenszeiten zusammen ablaufen, um die Gemeinschaft in der Turmvilla zu stärken.

 

 

8. Zusammenarbeit mit Eltern

Ohne Eltern geht es nicht. So wichtig wie die Bindung zum betreuenden Kind ist auch die Zusammenarbeit mit den Eltern. Durch regelmäßige Elterngespräche, neben den Tür- und Angelgesprächen beim Bringen und Abholen des Kindes, bleiben die Eltern auf dem Laufenden und evtl. Probleme oder Wünsche können in Ruhe besprochen werden. Hierfür können neben den Betreuungszeiten Termine vereinbart werden.

 

 

9. Zusammenarbeit mit SkF/ Kreis Borken und rechtliche Grundlagen der Tagespflege

Ab dem 01. August 2013 haben alle Kinder ab dem 1. Lebensjahr gem. § 24 SGB VIII in der dann geltenden Fassung einen Rechtsanspruch auf Förderung, ebenso auch bereits Kinder vor der Vollendung des ersten Lebensjahres, wobei insoweit der Anspruch auf bestimmte weiteren Voraussetzungen abhängig ist.

Eltern können einen Antrag gem. § 23 SGB VIII zur finanziellen Unterstützung der Kindertagespflege stellen. Wie bei den Elternbeiträgen für die Kindertagesstätten zahlen Eltern je nach  Einkommen, Alter des Kindes und Buchungszeiten einen gestaffelten Elternbeitrag. Besuchen Kinder einer Familie bereits eine Kindertageseinrichtung ist die Betreuung des Geschwisterkindes kostenlos. Es wird nur ein Elternbeitrag erhoben, jeweils der Höhere.

Die Kindertagespflege ist eine flexible, individuelle Form der Kinderbetreuung für Kinder von 0 bis 14 Jahren, deren Eltern Berufstätigkeit oder Ausbildung besser miteinander vereinbaren möchten. Kindertagespflege ist insbesondere die geeignete Betreuungsform für Kinder unter 3 Jahre und findet in einem familiären Umfeld statt, bei Bedarf für die über dreijährigen Kinder auch als Ergänzung zur Betreuung in der Kindertagesstätte oder der Schule/Offenen Ganztagsschule (OGS).

Quelle: www.kreis-borken.de

Nähere Informationen hierzu können jederzeit über den SKF Stadtlohn oder über den Fachbereich Jugend Kreis Borken eingeholt werden.

SKF Stadtlohn

Waltraud Ostendarp-Deggerich

Tel. 02563/9046011

E-Mail: Ostendarp-deggerich@skf-ahaus-vreden.de

 

 

10. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

– Krankenhaus Maria Hilf
– Seniorenwohn- und Pflegeheim St. Joseph
– Haus Mutter Theresa (Kurzzeitpflege und Tagespflege für Senioren;
Betreutes Wohnen für Senioren)
– Hospiz
– Physio-Zentrum
– Verbundapotheke
– Ärztehäuser
– Kindertageseinrichtung St. Joseph

 

 

11. Fort- und Weiterbildung

Wir werden uns jährlich mindestens 20 Stunden in einer Weiterbildung befinden, die zu speziellen Themen angeboten wird. Alle 2 Jahre besuchen wir den „Erste Hilfe Kurs am Kind“, frischen die Kenntnisse wieder auf und sind auf dem aktuellsten Stand.

Die Pflegeerlaubnis des Jugendamtes des Kreises Borken wird nach 5 Jahren geprüft und aktualisiert. Aber auch Gesprächsrunden mit anderen Tagespflegepersonen, die mindestens einmal im Monat stattfinden, nutze n wir als Möglichkeit,  neue Anregungen zu holen.

 

 

12. Schweigepflicht

Vor und während der Betreuung von Kindern durch eine Tagespflegeperson werden private Informationen ausgetauscht. Die Erziehungsberechtigten und die Tagesmütter sind verpflichtet, über alle Angelegenheiten, die den persönlichen Lebensbereich ihrer Familien betreffen, Stillschweigen zu bewahren.

Die Schweigepflicht gilt auch für die Zeit nach Beendigung des Tagespflegeverhältnisses. Diese Verpflichtung ist auch Bestandteil des Betreuungsvertrages.

 

 

13. Schlusswort

Mit unserem pädagogischen Konzept möchten wir allen interessierten Eltern einen Einblick in unsere Arbeit in der Turmvilla ermöglichen.

Die Konzeption gibt allen Lesern die Möglichkeit, sich mit den Wegen und Zielen unserer Arbeit auseinander zu setzen. Sie ist für uns und für Sie Leitfaden und Orientierungshilfe. Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit als Tagesmütter stehen die uns anvertrauten Kinder. Ihnen möchten wir gemeinsam mit ihren Eltern bestmögliche Entwicklungschancen bieten. Das Wohl der Kinder und deren liebevolle Betreuung liegen mir am Herzen. Unsere Großtagespflege soll Eltern die Möglichkeit geben, ihr Kind in eine familiennahe, liebevolle und kompetente Betreuung zu geben.

 

 

14. Anhang

Pflegeerlaubnis

Fort- u. Weiterbildungsnachweise

Turmvilla ABC